Archiv der Kategorie: Infoquellen

Leipziger Buchmesse

Portugal ist das Gastland der Leipziger Buchmesse 2021. Ein Glück für uns, die wir das Land genauer kennen lernen wollen. Zumindest mehr wissen wollen als die nackte Historie oder als Reiseführer-Wissen. In den Bibliotheken finden wir vorwiegend Saramago oder Antunes. Das ist schön, aber wir wollen ja in der Gegenwart leben, und die wandelt sich rasant.

Mir hat zum Beispiel das Buch Wohin der Wind uns weht von João Ricardo Pedro (O Teu Rosto Será o Último) geholfen, die Vergangenheit neu einzuordnen. Das nationale Trauma der portugiesischen Diktatur ist gänzlich anders als das deutsche. Klingt trivial? Ist es aber nicht. Portugal hat sich im Zweiten Weltkrieg neutral verhalten, Deutschland hat keinen Kolonialkrieg geführt. Das ist nur ein Beispiel, das vielleicht das Interesse weckt, mehr Unterschiede zu entdecken. Pedros Buch hat mir dabei geholfen, das Trauma in einer portugiesischen Familien nachzufühlen.

Hoffentlich gibt es auf der Buchmesse viele aktuelle Titel zu entdecken. Noch mackt die Webseite der Buchmasse ganz schön. Schaut öfter mal rein. Das portugiesische Kulturzentrum der Botschaft unterhält einen facebook– und einen twitter-Kanal, die ich hier verlinkt habe. Auch auf facebook entfallen die gruseligen Übersetzungen von bing, weil Camões Berlim selber deutsche Posting macht.

Am 25.12.2020 brachte Deutschland Radio Kultur in kultur heute einen Beitrag von Holger Heimann über das Buchland Portugal: https://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4&state[launchMode]=4&state[launchModeState][suche][searchTerm]=Buchland+Portugal
Der Beitrag wurde in den letzten Wochen dann auch in den regionalen Sendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesendet.

Anti-Fascho-projekt von SIC

Der führere PSD-Premierminister Pinto Balsemão betreibt den privaten TV-Sender SIC. Der Nachrichtenkanal SIC noticias analysiert finanziert von der Gulbenkian Stiftung die heutige faschistische Bewegung in Europa, speziell in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Im Februar 2012 soll das multimediale Projekt veröffentlicht werden.
Derzeit ist eine Sammlung von Berichten über die EU-feindlichen rechten Strömungen unter diesem Link dokumentiert.

Die Gulbenkian-Stiftung durchläuft seit 2018 einen Prozess der Erneuerung. Die Stiftung hat ihre Geldanlagen in das Erölgeschäft verkauft. 2020 wurde zum ersten Mal der Preis für Menschlichkeit vergeben. Als Menschlichkeit (humanidade) zählen an dieser Stelle innovative Beiträge für Klimaschutz.

Bäuerliche Landwirtschaft

Die Confederação Nacional da Agricultura (CNA) ist die Organisation der bäuerlichen Familienbetriebe in Portugal. Sie engagiert sich auch in allen internationalen Kamapgnen für Ernährungssouveräniät Nyeleni (Via Campesina) und Solidarische Landwirtschaft URGENCI. Die CNA unterhält das Infoportal http://www.inforcna.pt mit umfangreichen Infos über Landwirtschaft, EU-Politik und die internationalen Beziehungen des Verbands.

Chef Kiko Martins

Das online Nachrichtenportal Noticias ao Minuto hat (fast) täglich ein ausführliches Interview mit Prommis, die etwas zu sagen haben. So stellt am 2. Dezember der preisgekrönte Koch Kiko Martins sein online Restaurant auf UberEats vor: ein virtuelles Restaurant für frische, gesunde Kost statt labberigen Fastfoods. Kiko Martins präsentiert sich als Autor und TV-Koch unter dem Namen Chef Kiko. Er engagiert sich aus politischer Überzeugung gegen soziale Ungerechtigkeit.

Ausbeutung im Alentejo

Es gibt aber auch hin und wieder Orchideen in der Medienlandschaft. So berichtet Claus Bunk in der Portugal-Post vom Mai 2020 über die landwirtschaftlichen Hilfsarbeiter im Alentejo. (Link zur Portugalpost PDF, ab Seite 40) Die alten Großgrundbesitzer produzieren für die EU-Märkte Wein und Obst. Bunk kennt sich im Landkreis Odemira aus und schildert den Zuwachs an Ausbeutung durch die alten Oligarchen der Region. Er hat bei offiziellen Stellen im Landkreis, der Immigranten-Soli SOLIM bei der Grünen Partei PEV und beim Bloco da Esquerda Odemira nachgefragt. Die Folientunnel im Beitragsbild liegen auf den Latifundien bei Almograve, von denen in Claus Bunks Artikel die Rede ist.

Magazin – Beiträge

Immer zu empfehlen …

sind die Hörfunkbeiträge von Tilo Wagner, Korrespondent unter anderem für den Deutschlandfunk:
Suche dort nach Tilo Wagner oder klicke hier druff.

Die heute-Redaktion des ZDF hat eine Reihe ‚heute in Europa‘.

Portugals Start-up-Szene im Aufwind (bis 22.9.21)

Quellen: Fahrradaktivist Gonçalo Peres, Fachbereich Wirtschaft der Universität Nova in Lissabon, Wendy van Leuwen Lissabon, Pedro Sita Vieira Wirtschaftsminister, Joana Bacelar Designerin und Tomáz da Cámara Textil-Drucker

Das ARTE Journal berichtet regelmäßig aus europäischen Ländern.

Die Verantwortung der kolonialen Vergangenheit (bis 5.8.23)

Quellen: Professorin Beatriz Gomes Dias vom Bloco da Esquerda und DJASS, Ângela Barreto Xavier, Vanusa Coxi, Tochter eines Polizei-Opfers, Mamadou Ba SOS Rassismus Portugal

ARTE: Chinesische Investoren willkommen
ARTE: Ist Portugal immun gegen Populismus?

Tigermücken im Algarve

Der Linksblock BE und die Traditionskommunisten der PCP konkurrieren eifrig die besseren Ökologen des Landes zu sein. Esquerda.net berichtet, dass im Algarve die Asiatische Tigermücke gesichtet wurde. Sie gilt als Überträgerin des Erregers für Dengue-Fieber (Dengue-Virus) und für Gelbfieber (Zika-Virus). Die Mücke wurde in Faro und Loulé nachgewiesen worden, habe aber keine Viren getragen.

Die Mücke mag kleine Pfützen mit sauberem Wasser, kein Salz- oder Brackwasser. Die Bevölkerung solle also nichts rumliegen lassen, wo sich sauberes Wasser ansammeln könne. Die Gesundheitsbehörde habe Fallen aufgestellt, mit denen die Zahl der stechenden Vampire niedrig gehalten werden sollen.

Nachrichten aus Portugal

Es ist nicht leicht, sich aktuell über Portugal zu infomieren. Keines des deutschen Qualitätsmedien schafft es, einen Einblick in das EU-Land zu geben. Die meisten Korrespondenten leben in Madrid oder Barcelona.

Im Original lesen

Gute Beiträge in deutschen Medien sind knapp. Wie unser Fakten-Check eines tagesschau-Berichts zeigt, springen die Korrespondenten auf abgedroschene Sensationsthemen auf. Unsere beste Chance ist es, an die Originale zu gehen. Vielleicht schon begleitend zu einem Sprachkurs? Bis ein Sprachkurs fruchtet, müssen die Übersetzungstools von Google oder Reverso helfen, die auch Erweiterungen für die Browser anbieten. Das ist dann sehr lustig zu lesen. Die Google-Suche nach ‚Noticias de Portugal‘ fand unter anderen:

Zeitgemäßes News Portal

Das Nachrichten-Portal ‚Notícias ao minuto‚ nutzt die Mittel einer Webseite augenfreundlich. Wer es schafft dort den Fuß einer Webseite zu erscrollen, kann auch den Link zur Equipa finden. Auf den ersten Blick fällt auf, warum dieses Nachrichtenportal den Ruf verdient, auf der Höhe der Zeit zu sein. Für Neuankömmlinge sicherlich eine gute Adresse.

News-Suche

Wer eher auf konservative, alt eingesessene Medien steht, kann die jeweils aktuellen Meldungen bei Google News abrufen: https://news.google.pt Die Auswahl ist ebenso konventionell wie solide.

Bezahlportal

Ebenfalls ein Kind des Webs ist Politico. Nirgendwo sonst finde ich übersichtlich die Wahlergebnisse aus aller Welt. Echt europafreundlich, das Portal. Sie haben auch eine Seite für Nachrichten aus Portugal.

So weit so schön, aber alle Teaser, bei denen das Politico ‚P‘ leuchtet, sind mit einer Bezahlschranke versehen. Sie sind Original-Publico-berichte, in denen dann aber auch nichts anderes steht wie bei Notícias ao minuto.

Kompakte Info-quelle

Der als wiki gekennzeichnete Blog ‚leben-in-portugal.wiki‘ gibt einen guten Überblick über viele praktische und rechtliche Fragen. Quellenangaben sind auf journalistische Weise ordentlich zu überprüfen. Jedes Thema im Menü wird mit klar abgegrenzten Artikel gut beschrieben.

Als Ansprechpartnerin funkgiert die bayrische Journalistin Christina Zacker. Verantwortlich für den Blog zeichnet laut Bizz-Community linked-in eine Programmiererin in Ausbildung verantwortlich. Offensichtlich wird der Blog seit März 2020 nicht mehr gepflegt, die Seiten für Auswanderer dürften dennoch aktuell genug sein.